Digital-Balance-Methoden
Unsere Tipps für deine Digital Balance
1. Sensibilisierung mit Hilfe einer Digital Balance Box
Wir schauen täglich im Schnitt 88 Mal auf unser Smartphone, das bedeutet wir nutzen durchschnittlich alle 18 Minuten unser Smartphone. Das Problem ist, dass wir nicht 88 Mal bewusst unser Smartphone nutzen, sondern etwa 50% der Nutzung unterbewusst und somit unnötig ist. Zusammengefasst lässt sich sagen, dass unser Smartphone oftmals refelxartig (Smartphonereflex) und nicht bewusst genutzt wird.
Wie bekommen wir diesen Reflex in den Griff?
Mit Hilfe einer Digital Balance Box (z.B. einer Metall, Kunststoffdose oder einem anderen verschließbaren Behältnis) können wir uns selbst sensibilisieren und den Smartphonereflex sichtbar machen. Das Ganze funktioniert super einfach und kann von dir ohne viel Aufwand sofort umgesetzt werden.
Vorgehen:
Du legst z.B. beim betreten der Wohnung oder eines bestimmten Raums dein eingeschaltetes Smartphone aktive in eine zuvor bereitgestellte abschließbare Box mit einem Deckel (sog. Digital Balance Box). Wichtig hierbei ist, dass der Platz der Box räumlich im Vorfeld von dir verbindlich festgelegt wird, und dieser Platz idealerweise möglichst „schwer“ zugänglich ist (z.B. Schublade oder ähnliches). Wenn du nun dein Smartphone nutzen möchtest, aus Reflex oder ganz bewusst, musst du nun zwingend zur Box laufen und diese öffnen, anstatt lediglich reflexartig nach deinem Smartphone zu greifen. Du kannst selbst den Grad der Herausforderung bestimmen, indem du dein Smartphone entweder lautlos, vibrierend oder laut in die Box legst. Durch diesen einfach Trick machst du dir selbst dein Smartphonekonsum und dein Nutzerverhalten bewusst. Durch diese Sensibilisierung kannst du ebenfalls feststellen, wie sehr dein Smartphonephonereflex ausgeprägt ist.
Dieses Vorgehen ist nicht nur auf dein Smartphone beschränkt, du kannst diese Sensibiliserung für jedes beliebige elektronische Gerät durchführen. Zudem eignet sich die Digital Balance Box hervorragend für die Analysephase im Hinblick auf die Erstellung einer ganzheitlichen Digital Balance Strategie.
Probier es direkt aus! Du wirst verblüfft sein zu welchen Ergebnissen du kommen wirst!
2. Analoges Handy
Ein analoges Handy ist ein mobiles Endgerät, dass kein „Smart“phone sonder ein „Dumb“phone ist. Hierbei ist wichtig ist, dass dein analoges Handy nicht internetfähig ist und lediglich SMS und Telefonate empfangen und versenden kann. Es ist sozusagen ein „oldschool Handy“, dass dich auf einen Schlag ins Jahr 2006 zurückversetzt.
Bereits für unter 30 € können diese Handys erworben werden, zudem ist eine separate SIM-Karte sinnvoll, die je nach Tarif ab 10 € (prepaid) bestellt werden kann.
Beispiele für analoge Handys:
- simvalley Mobile Dual SIM Handy mit Kamera
- Nokia 105 DualSIM 2017 Handy (4,6 cm/1,8 Zoll)
Der Vorteil eines analogen Handys ist, dass du weiterhin z.B. in Notfällen erreichbar bist (Telefon/SMS). Jedoch hast du bei deinem analogen Handy keine Möglichkeit der Internetnutzung und somit keine funktionsfähigen Apps, welche dich zu einer unterbewussten/ unnötigen nutzen deines Smartphones verleiten. Du schaffst dir sozusagen deine eigene kleine Smartphone-/ Internet freie Welt.
Zudem kannst du durch die exklusive Weitergabe deiner analogen Handynummer, den Personenkreis selektieren für den du auch in Notfällen o.ä. weiterhin erreichbar bleiben möchtest. Somit kann die Angst etwas (wirklich) Wichtiges zu verpassen (FOMO) für den von dir selektieren Personenkreis ausgeschlossen werden. Kleiner Tipp: Achte darauf welche Personen du deine analoge Handynummer weiter geben möchtest. Kommuniziere zudem diese Nummer idealerweise nur als „Notfallnummer“ als Alternative wenn du unter deiner regulären Rufnummer nicht erreichbar bist, da sonst der Effekt deines analogen Handys begrenz werden könnte.
Desweiteren ist das analoge Handy eine perfekte Ergänzung für deine Digital Balance Box (lautlos) oder einen Digital Detox, um für einen begrenzten Personenkreis in (wirklichen) Notfällen erreichbar zu bleiben (FOMO), damit du deine analoge Quality time auch in vollen Zügen genießen kannst.
3. Flugmodus/ Offline-Modus bewusst nutzen
Unsere Smartphones haben alle einen Flugmodus, bitte nicht stören Modus, offline Modus usw. Je nach Betriebssystem und Hersteller können die Bezeichnungen abweichen, jedoch ist die Funktion immer dieselbe. Unser „Smart“-phone wird durch die genannten Modi ein wenig zum „dumb“-phone. Je nach Modus wird nicht nur das mobile Internet getrennt sondern auch sämtliche andere Funktionen abgeschaltet.
Diese Modi erlauben es dir je nach Einstellung deine Erreichbarkeit zu begrenzen wodurch individuelle Freiräume geschaffen werden können. Somit ist der Einsatz dieser verschiedener Modi eine instant Möglichkeit, deine Digitale Balance herzustellen und kann als Alternative und Ergänzung zu einem analogen Handy angesehen werden.
Erkundige dich am besten gleich, welche Modi dein Smartphone bereithält.
4. Analoge Armbanduhr tragen - Digital vs. Analog
Trägst du eine Uhr? Eine analoge Uhr? Welche dir lediglich die Zeit mitteilt und weder „smart“ noch irgendwelche Trackingfunktionen übernimmt?
Wir schauen täglich im Schnitt 88 Mal auf unser Smartphone, dabei ca. 30 Mal nur um die Uhrzeit abzulesen. Dies wäre nicht dramatisch wenn wir wirklich nur nach der Uhrzeit schauen würden. Doch in Wirklichkeit schauen wir nach der Uhrzeit und driften dann in die Tiefen des Smartphones ab (Messages, Emails, Socialfeeds). Oftmals wissen wir nach unserem kurzen „Smartphone Ausflug“ nicht einmal mehr wie viel Uhr es ist – und das Spiel beginnt von neuem.
Unser Smartphone ist wie ein Schweizer Taschenmesser, es kann (fast) alles und das bringt neben all den Vorteilen auch Nachteil mit sich. Daher empfehlen wir dir eine analoge Uhr zu tragen. Mit diesem einfachen Trick kann der persönliche Smartphonekonsum um ca. 25% gesenkt werden.
Du hast keine analoge Uhr? Günstige und stylische analogen Uhren können bereits schon für ca. 20 Euro erworben werden.
5. Smartphone/Digital - Zoning
Wir definieren unter Smartphone/Digital-Zoning eine Möglichkeit, wie du dir in deinen eigenen Vierwänden eine klare räumliche Trennung zwischen Digitaler und Analoger Welt schaffen kannst. Dabei ist das Zoning schnell und einfach umzusetzen.
Beispiel: Angenommen deine Wohnung besteht aus vier Zimmer. Du hast eine Wohnküche, Bad, Schlafzimmer und ein Wohnzimmer, zudem sind diese Zimmer mit einem Flur verbunden. Jetzt teilt du deine Wohnung in drei Bereiche auf. Zum einen in Analog-Rooms (Räume in welchen keine Smartphonenutzung erlaubt ist), Bridge-Rooms (Räume die prinzipielle Smartphone frei sind, jedoch in definierten Ausnahmefälle einen Smartphonenutzung erlaubt ist) und sogenannten Digital-Hotspots (in diesen Räumen ist die Smartphonenutzung uneingeschränkt erlaubt, zudem befindet sich optimalerweise in diesem Raum deine Digital Balance Box).
Je nach definiertem Raum passt du in deiner Wohnumgebung deine Smartphone Nutzung an. Wenn beispielsweise dein Schlafzimmer ein „Analog-Room“ ist, benutzt du in deinem Schlafzimmer kein Smartphone (Achtung auch keinen Smartphone-Wecker usw.!!). Dagegen könnte z.B. der Flur ein „Digital-Hotspot“ sein, indem du nach Herzenslust dein Smartphone nutzen kannst. Wenn du beispielsweise die Küche als „Bridge-Room“ definierst, weil du gerne online nach Rezepten suchst, könnte z.B. das suchen nach Rezepten erlaubt, jedoch der sonstige Smartphonekonsum verboten sein.
Die Steigerung zum Smartphone-Zoning ist das Digital-Zoning. Das Digital-Zoning funktioniert genau wie das Smartphone-Zoning, jedoch wird in den Analog-Rooms und Bridge-Rooms nicht nur auf das Smartphone verzichtet sondern auf jegliche digitale Kommunikationsmittel wie z.B. Tablets, PC´s, Konsolen usw.
Das Zoning ist eine einfach anzuwendende Möglichkeit eine klare räumliche Trennungen/ Grenzen im Hinblick auf den Konsum von digitalen Endgeräten dauerhaft in der Lebensumgebung zu implementieren.
6. Den "Grautrick" nutzen
Eine sehr einfache und schnell umzusetzende Möglichkeit ist der sogenannte „Grau-Trick“. Dabei wird das Smartphone vom normalen Farb-Modus auf den Schwarzweiß-Modus geschalten. Das Ziel ist es, dass die bunte und farbenfrohe Welt des Internets an Attraktivität verliert. Unser Unterbewusstsein wird durch das Grau in Grau nicht mehr belohnt, wodurch eine Reduzierung des Smartphone-Konsum nachhaltig erreicht werden kann.
So stellst du dein Smartphone um:
- Android: Einstellungen / Eingabehilfe / Sehhilfe und dort Graustufen anschalten (kann je nach Modell variieren)
- iPhone: Einstellungen / Allgemein / Bedienungshilfen / Display-Anpassungen / Farbfilter auf „Ein schalten“ (Vorgabe: Graustufen)
Unser Tipp: Wir empfehlen dir, dass du dir fixe „Grautage“ verordnest, so könntest du z.B. dein Smartphone unter der Woche auf grau stellen und am Wochenende die bunte Welt des Internet genießen. Aber Vorsicht! Stelle idealerweise Sonntagabend zu einer festgelegten Zeit dein Smartphone wieder auf grau, sonst besteht die Gefahr dass der Effekt wieder verpufft. (Ein Wecker mit wöchentlichem Rhythmus kann dir hierbei helfen)
7. Digitale Technik bewusst hinterfragen
Wenn jedes Gerät „smart“ wird, werden wir dann nicht zwangsläufig „dumb“, weil wir das (mit)denken verlernen?
Es kommen beinahe täglich neue smarte Geräte auf den Markt die uns das Leben erleichtern sollen. So gibt es mittlerweile smarte – Assistenten (Alexa und Co.), Rolladensteuerungen, Kühlschränke, Glühbirnen, Babyphones, Armbanduhren, Fitnesstrackingarmbänder, Wohnraumluftanalysen, Überwachungskameras, Kaffeemaschinen usw….
Diese Geräte schalten für uns das Licht ein oder teilen uns mit wie lange unsere Tiefschlafphase in der letzten Nacht war. Darüber hinaus können wir den VOC-Wert unserer Wohnung abfragen oder unseren Assistenten Fragen wie viel Uhr es ist.
Doch brauchen wir wirklich all diese „Erleichterungen“, erhalten wir einen wirklichen Mehrwert und machen uns diese Geräte smarter oder eher dumb?
Wie du die Technik optimal Hinterfragen kannst und wie hierdurch deine Digital Balance verbessert wird, erfährst du auf unserer nächsten Seite.
8. Digitale Technik bewusst nutzen
Wir kennen alle das Phänomen, dass wir das Smartphone oder andere mobile Endgeräte nutzen ohne dabei ein richtiges Ziel oder einen bestimmten Zweck verfolgen. Wir driften in den Tiefen des Internets ab und lassen uns treiben.
Eigentlich wollten wir nur eine WhatsApp schreiben und bestellen am Ende ein Paar Socken. Um dieses Verhalten in den Griff zu bekommen, benötigen wir klare Ziele beim Surfen, bzw. bei der Nutzung unserer mobilen Endgeräten.
Daher ist es wichtig, das wir uns fokusieren und vor der Nutzung eines mobilien Endgerätes ein fest definiertes Ziel formulieren und dieses anschließend konsequent verfolgen.
Beispiel: Du möchtest nachschauen wie das Wetter morgen wird. Dann gehe direkt und ohne Umwege auf deine Wetter App und schaue nach dem Wetterbericht. Lasse dich nicht von Popups, Statusmeldungen oder Werbung auf deinem Weg irritieren oder abhalten- be brave! Durch regelmäßiges, bewusstes und zielgerichtetes Nutzen deines mobilien Engerätes (ob Smartphone, Tablet o.ä.) wirst du deine Digital Balance Schritt für Schritt verbessern.
Denn nur wenn du dir selbst Grenzen setzt, wirst du die Digitale Balance und somit das für dich perfekte Gleichgewicht zwischen der digitalen und analogen Welt finden. Kein anderer wird dir die Grenzen setzen, also warte nicht und beginne noch heute damit!!